Der Mann, der Ettringen vertont

Hermann Martin hat mit den örtlichen Musikvereinen eine Platte produziert. Diese gibt das Klangbild seiner Heimatgemeinde wieder

Mann an den Reglern: In seinem Hobbykeller hat Hermann Martin schon so manche Platte produziert. Nun hat er dort den Ettringer Soundtrack zusammengemischt.  Foto: zif

Ettringen Gleich hinter der Eingangstür geht es ein paar schmale Steinstufen hinab in den Keller, dann durch eine Tür. Dahinter flimmert auf zwei Bildschirmen eine Aufnahmesoftware, rechts steht ein Mischpult. Aus den Lautsprechern dudelt Volksmusik. Das hier ist die Welt von Hermann Martin.

Martin hat sich in seinem Keller in Ettringen ein kleines Tonstudio eingerichtet. „Nichts Großartiges“ wiegelt er ab. Die Geräte seien allesamt schon einige Jahre alt. Platten hat er hier aber durchaus schon aufgenommen, zum Beispiel zu Weihnachten ein paar Stücke seiner Ettringer Holzbläser, bei denen er schon seit 20 Jahren Mitglied ist. Oder gerade eben erst den „musikalischen Streifzug durch die Einheitsgemeinde Ettringen“.

Alle Musiker der Gemeinde auf einer Platte vereint

So heißt die CD, die Martin mit den örtlichen Musikvereinen eingespielt hat. Darauf zu hören sind unter anderem der Liederkranz Ettringen, der Laetare-Chor und der Kirchenchor Siebnach.

So etwas Ähnliches gab es schon einmal, Ende der Achtziger, Anfang der Neunziger. Damals, zur Anfangszeit des Privatrundfunks, waren die Ettringer Musikvereine und Chöre in einer Turnhalle aufgetreten. Radio Ostallgäu machte davon einen Mitschnitt, „Ettringen wie es singt und klingt“. Auch eine Kassette ist bei dieser Gelegenheit entstanden. „Es ist eine nette Anekdote, eine Erinnerung an die damalige Zeit“, sagt Martin.

Vielen in Ettringen ist diese Zeit im Gedächtnis geblieben. Schon vor fünf, sechs Jahren sind einige Leute auf Martin zugekommen und haben gefragt, ob er denn nicht für ein Revival sorgen könne. Mit diesem Gedanken habe er sich tatsächlich immer mal wieder getragen, sagt Martin. Und Ende vergangenen Jahres war es dann so weit.

Martin hat die örtlichen Musiker angeschrieben – und eine beachtliche Resonanz bekommen. Alle Vereine wollten sich beteiligen. Martin packte daraufhin seinen Koffer mit dem Acht-Spur–Digitalrekorder und nahm mit jeder Gruppe ein paar Lieder auf, mal in den Proberäumen der Musikvereine, mal im Mehrzweckraum der Schule in Ettringen. Über 180 Stunden hat Martin investiert, allein für die Aufnahmen und das Nachbearbeiten.

Was dabei herausgekommen ist, kann sich hören lassen. „Wir sind ja alles Laien“, sagt Martin, „das lässt sich nicht vergleichen mit professionellen Aufnahmen.“ Aber mit dem Ergebnis ist er durchaus zufrieden. Der Jugendchor hat „Adiemus“ eingesungen, der Kirchenchor Siebnach „The lion sleeps tonight“ und selbst Bürgermeister Robert Sturm hat zwei Stücke beigesteuert, schwäbische Mundart. „Gefällt mir sehr gut“, sagt Martin.

In der Welt der Mischpulte und Anlagetechnik zu Hause

„Musik war schon immer mein Hobby“, sagt Martin. Er hat früher bei der Telekom gearbeitet und interessiert sich vor allem für die Technik. „DSA-Anlagen, Mischpulte – das war schon immer meine Welt.“

Bürgermeister Sturm wäre ein Jubiläum recht gewesen, um die CD zu veröffentlichen. Doch das ist in Ettringen derzeit nicht in Sicht. Deshalb wird die Platte nun auf dem Brunnenfest Anfang Juli vorgestellt. Martin lässt sie gerade in einer Auflage von 500 Stück pressen.

Es sei eine „ortsbezogene Geschichte“, sagt Martin, „man wird keine Massen verkaufen“. Damit, dass einige weggehen, rechnet er aber schon. Anfang Juli wird die CD zu haben sein, zunächst auf dem Brunnenfest, danach dann in den Ettringer Geschäften.

» Weitere Infos hier: Musikproduktion Martin


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