Die Schule

In diesem Zusammenhang sei geschichtlich auch das hiesige Schulwesen beleuchtet: Im Jahre 789 trug Karl der Große den Pfarrern auf, Kinder sowohl gemeiner als auch vornehmer Herkunft zu unterrichten. 802 ordnete er an, dass jedermann seine Kinder in die Schule schicken solle. Im Jahre 825 wünschte Ludwig der Fromme, es sollten überall da Schulen errichtet werden, wo sich noch keine befanden. Nun, das alles war ein frommer Wunsch und in damaligen Zeiten kaum durchführbar. Und was wird damals schon unser Dorf Ettringen gewesen sein?

Erst ab 1622 sind wir über die Schule in unserem Heimatdorfe informiert. Im Anhang des Matrikelbuches findet sich ein Vermerk über die Verwendung der Messeinnahmen in der Heilig Kreuz Kapelle. Hier wird ein Schulmeister genannt. Weiter lesen wir unter dem Jahre 1639 von einem Cantor Marius Wagner, der gleichzeitig auch Schulunterricht erteilt haben kann. Im Jahre 1655 wird ein Markus Wagner aufgeführt, jetzt direkt als Lehrer bezeichnet, wahrscheinlich der Sohn des Marius. Von da ab findet sich in den Kirchenbüchern immer wieder die Berufsbezeichnung „Schulmeister“, so dass wir annehmen können, dass mindestens seit dem Jahre 1600 in Ettringen ein ordnungsgemäßer Schulunterricht erteilt worden ist. Ferner wird von einem Klausner in Berg berichtet, der Latein gelehrt haben soll. Natürlich fand auf dem Dorfe der Schulunterricht nicht ganzjährig statt. Die Kinder der Bauern und Tagelöhner mussten im Feld und auf dem Hofe bei der Arbeit mithelfen. Deshalb blieb meist nur der Winter für den Unterricht, es war die sogenannte Winterschule. Gelehrt wurden vor allem: Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen im Kopfe und an der Tafel, außerdem sollten “andere gemeinnützige Kenntnisse nach allerhöchster Vorschrift” vermittelt werden.

Bereits im Jahre 1776 hören wir von einem Lehrer Anton Biechl, dessen Nachfolger ein gewisser Alexander Kerler aus Eppishausen war. Er hatte die Tochter des Lehrers Biechl geheiratet. Dessen Enkel, ebenfalls Lehrer in Ettringen, starb im mittleren Alter im Jahre 1841 und hinterließ eine Witwe mit zehn unmündigen Kindern. Laut Gesetz durfte sie den Lehramtsnachfolger aussuchen und behielt über drei Jahre hinweg das Recht, den Schuldienst an der Ettringer Schule zu leiten, den sie von einem angestellten Verweser durchführen ließ. Erst jetzt, als man sah, dass die Witwe mit ihren zehn Kindern keinen Mann und erst recht keinen Lehrer mehr als Vater für ihre zahlreiche Kinderschar erhielt, übergab die Gemeinde einem Lehrer wieder amtlich den Posten, und der Witwe schenkte man einen kleinen Platz in der Tussenhauser Straße 7, auf dem sie ein Häuschen errichtete.

Aufzeichnungen darüber, wo der Unterricht in alter Zeit stattgefunden hat, haben wir leider nicht. Wir können nur vermuten, dass der Unterricht im alten Pfarrhaus erteilt worden ist, das in der nordwestlichen Ecke des heute aufgelassenen Kirchhofes lag. Um 1800 stand bereits das heutige Mesnerhaus in der Hauptstraße 1, in dem das Stübchen neben dem Wohnzimmer als Unterrichtsraum diente.

Anerkennende Worte über die Schulausbildung lesen wir in der alten Chronik von Ettringen, die vor 50 Jahren von einem Lehrer, dem Hauptlehrer Vinzens Müller, einem alten Ettringer, in hervorragender Weise erstellt worden ist. In diesem Zusammenhang sei auch Pfarrer Max Friedbichler genannt, der während seiner Amtsperiode von 1840 bis 1877 die alten Matrikelbücher durchgearbeitet und ein übersichtliches Namensregister angelegt hat.

Schulzeugnis aus dem Jahre 1873

Schulzeugnis aus dem Jahre 1873

1803 war der Schulbesuch in Bayern Pflicht geworden, und damit musste mehr Raum geschaffen werden, als ihn das kleine Mesnerhaus bot. Das erste Pfarrhaus im Kirchhof war inzwischen abgebrochen worden, da man das neue in derTussenhauser Straße erstellt hatte. So entschloss man sich, in die Nordwestecke an der Stelle des ehemaligen Pfarrhofs einen neuen Schulsaal zu bauen. Wie so oft, war auch hier kaum das nötige Geld vorhanden,und da im Zuge der allgemeinen Säkularisation 1807 die Heilig-Kreuz-Kapelle abgebrochen wurde, nahm man kurzerhand diese Steine zum Bau des neuen einstöckigen Schulgebäudes, welches noch im gleichen Jahre fertiggestellt wurde.

50 Jahre später platzte auch dieser Saal aus den Nähten, und wiederum musste ein neues Schulhaus errichtet werden. Es wurde 1865 bezogen und diente ab 1953 längere Zeit als Kindergarten. Das verlassene Schulgebäude, aus den Steinen der Kapelle erbaut, kaufte ein gewisser Zimmermann und Brunnentrogbauer Liedl, der damit sein Häuschen in derTussenhauser Straße 16 wiederum erbaute.

In der neuen Schule amtierten dann zwei Lehrkräfte (Xaver Trieb und Waldishofer). Gleichzeitig hatte man in dem neuen Gebäude einen Raum für die Feuerwehrgeräte untergebracht, und im ersten Stock befanden sich ein Zimmer für einen Hilfslehrer sowie ein Sitzungsraum für den Gemeinderat.

Das Dorf und seine Bevölkerung wuchsen weiter und 1914 waren die schulischen Räumlichkeiten wieder einmal beschränkt. Der 1. Weltkrieg verhinderte einen notwendigen Neubau, und als 1918 die Revolution kommunale Veränderungen brachte, war man froh, dass 1920 durch eine Verlängerung des Schulhauses um vier Meter ein weiterer Raum gewonnen werden konnte. Der Hauptlehrer, der bis dahin im Mesnerhaus gewohnt hatte, musste 1922 ausziehen und in die ehemalige Molkerei, das jetzige Gemeindeamt, umsiedeln.

Ein Jahr später unterrichtete ein damals unbekannter, junger Hilfslehrer in den Monaten Februar bis August die unteren Klassen der Volksschule. Es war kein Geringerer als der schwäbische Dichter Arthur Maximilian Miller. Noch mit strahlenden Augen erinnern sich freudig seine Schülerinnen und Schüler an diese kurzen Monate, in denen er versuchte, ihnen das Dasein zu verzaubern. Er zeigte ihnen die Blumen und Sträucher in Wald und Wiese. Wie schnell wurde dann aus dem heimischen Forst ein bunter Märchenwald, in dem in der einen Hütte Hänsel und Gretel wohnten oder in der anderen die alte Geiß mit ihren sieben Jungen zu Hause war.

Das innige Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler wurde geprägt von der menschlichen Güte und dem pädagogischen Geschick A. M. Millers. So schrieb er seinem “Schimmele” ein kleines Märchen, aus dem folgender Abschnitt hier wiedergegeben sei, der uns die beeindruckende Warmherzigkeit und die Fähigkeit, junge Menschen zu lenken und zu leiten, spüren lässt.

„Aber auch Du, mein liebes Kind, hast einen Vater im Himmel und die zwei Glöcklein im Herzen, und alle guten Menschen horchen auf ihren Ton. Und wenn sie das böse Glöcklein läuten hören, tut es ihnen so weh, als ob sie Todes stürben, am silbernen aber freuen sich alle aus ihrem ganzen Herzen.“

In der Ettringer Zeit, die Miller als Untermieter bei der Böck Therese im Hause Hauptstraße 17 verlebte, mögen schon einige kleine Gedichte entstanden sein, wie das »Maumöndla«.

Maumöndla

Maumöndla greist ibers Higala rauf.
Hearat scho d‘ Vögala ’s Zwitschala auf.
Dappat scho d‘ Mutschala ’s Bergala nauf,
Sagat zum Butzala: Butzala, schiauf!
Maumöndla glänzt wia a silbriger Fisch
Luagat durchs Fenschter und iber da Disch,
Fraugt mi, ob ’s Butzala ei’g’schlaufa isch.
Wiggala, wiggala, waggala!
Wenn d‘ schlaufsch, nau kriascht a Gaggala.
Und bisch nau no it zfridala,
Verschlait ma dir dei Fidala,
Nau ligscht a bißla linder
Und schlaufscht a bißla geschwinder.

Die Zeit ging weiter. Ein zweiter Weltkrieg überzog noch verheerender das Land, und als er vorüber war und die amerikanischen Truppen im April 1945 einrückten, endete vorläufig der Unterricht; denn das Schulgebäude (das gelbe Haus) nördlich der Kirche wurde mit ehemaligen polnischen und russischen Kriegsgefangenen und später mit amerikanischen Soldaten belegt. Akten und Unterrichtsmaterial der Schule und des Bürgermeisteramtes wurden im Hofe der Hauptstraße 5 von den Amerikanern verbrannt. Im Oktober 1945 begann endlich wieder das nächste Schuljahr, allerdings waren weder Lehr- und Lernmittel noch Brennmaterial ausreichend vorhanden. Ebenso herrschte große Not an Schulmöbeln, sie wurden teilweise durch alte Wirtshaustische und -bänke ersetzt. Kein Wunder, dass der Bürgermeister in einem Schreiben klagend mitteilte. „In unserer überfüllten Volksschule herrschen infolge des Fehlens sämtlicher Schulbänke in manchem Saal unhaltbare Zustände. Infolge der Aufstellung von Stühlen und Tischen sitzen die Kinder mit dem Rücken gegen den Lehrer und kann deshalb die Aufsicht nicht so stattfinden, wie sie sein sollte…“ Im Februar 1947 erfolgte endlich eine Lieferung von Schulmöbeln. Mit dem Unterrichtspersonal sah es nicht besser aus; denn nach Kriegsende unterrichteten hier gerade mal 4 Lehrerinnen 334 Schüler.

Durch den Zuzug der Vertriebenen erhöhte sich die Schülerzahl. Infolgedessen wurden zwei weitere Schulsäle gefordert. Nach Besichtigung durch den neu eingesetzten Schulrat richtete man einen weiteren Unterrichtsraum im Gasthaus „Krone“ im ersten Stock über dem Kuhstall ein, der ab 6.12.1948 zur Verfügung stand. Weiterhin lehrte man sogar auf der Galerie der alten Turnhalle.

Der spätere Rektor, Helmut Schroller und sein damaliger Schüler und Konrektor Hartmuth Schmidt, beschreiben den Schulalltag von 1950 so: „Im jetzigen Gemeindeamt in der Siebnacher Straße waren fünf Lehrkräfte untergebracht, Herr Schroller war unter vier Kolleginnen der einzige Kollege. Da er im mittleren Raum unten wohnte, weckte er mit einem Besenstiel seine Kolleginnen, indem er mit dem Stiel an die Decke und rechts und links an die Wände klopfte. Das Zimmer war spartanisch streng eingerichtet: Tisch, Stuhl, Schrank, Bett mit Strohsack. Dieser wurde einmal im Monat beim Bauern Kornes, schräg gegenüber, frisch gestopft. Der Unterricht begann erst um 10 Uhr.”

Hausmeister Sorocean in den 50ern

Im Jahre 1947 führte man die sogenannte Schulspeisung in der Ettringer Schule ein. Das Kriegsflüchtlingsamt in Mindelheim stellte Räumlichkeiten und Einrichtungen der Gemeinschaftsküche zur Verfügung. Somit fuhr wöchentlich ein Traktor mit einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern nach Mindelheim „zum Zwecke der Transportierung der Schulspeisung.“ Die Hausmeisterin Dora Sorocean kochte täglich auf einer von den flüchtenden deutschen Truppen zurückgelassenen Gulaschkanone, die vom Krieg im Turnhallenkeller stand, Suppe und Kakao und marschierte mit einem Eimer voll Essen in der Pause zum Gasthof „Krone“ , wo eine Schulklasse einquartiert war.

Schule 1957

Schule 1957

Als man sich aus der Asche der Niederlage etwas erhoben hatte, wurde vier Jahre nach der Währungsreform im Jahre 1952 unter dem damaligen Bürgermeister Alois Kornes und Rektor Weinkopf ein neues, respektables Schulhaus mit einer modernen Schulküche erbaut. Die Baukosten betrugen ca. 600.000,- Mark. Am 19. Oktober 1953 wurde die neue Schule eingeweiht.

Der gute Ruf der Ettringer Schule blieb erhalten, und in das neue Gebäude zog eine durch das blutige Kriegsgeschehen geläuterte Lehrergeneration ein, die vor allem die Freude an der Musik in der Jugend weckte. Bis zum heutigen Tage musiziert und singt unsere Jugend begeistert zur Freude aller Eltern. Wer erinnert sich nicht noch gern der Aufführung der Kinderoper? Wem hat nicht die Schülerblaskapelle imponiert?

Im Jahre 1952 zogen die unverheirateten Lehrer aus der ehemaligen Molkerei aus, die noch im gleichen Jahre zum heutigen Gemeindeamt umgebaut wurde. Allerdings wurde das Haus allmählich nach der Gemeindezusammenlegung und den vom Landratsamt auf die Gemeinden umgelegten Kompetenzen zu eng, so dass der Gemeinderat gezwungen war, seine Sitzungen im Mehrzweckraum der zuletzt gebauten Schule zu halten.

Verbandsschule 1969

Verbandsschule 1969

Neue Überlegungen auf schulischem und verwaltungstechnischem Sektor führten dazu, dass die Schule 1968/69 um eine weitere unter der Amtsführung von Bürgermeister Alois Hartmann und Rektor Schroller vergrößert wurde. Das ganze Gebilde erhielt den Namen “Verbandsschule Ettringen.” Jetzt wurden die kleinen Dorfschulen aufgelöst, in denen über Jahrhunderte hinweg mit viel Fleiß, immensem Verantwortungs-bewusstsein und einem enormen Maße von pädagogischem Können kulturelle und geistige Bildungsarbeit geleistet worden war.

Im Sommer des Jahres 1989 legte Lehrer Fred Spicker mit seinen begeisterten Schülern einen vorbildlichen Schulgarten neben dem Schulgebäude an, der nicht nur einer normalen Gartenanlage gleicht, nein, darin finden sich auch selten gewordene Pflanzen und Kräuter und eine prächtige Schmetterlingswiese.

Neues Schulgebäude 1997

Am 10. Mai 1997 wurde abermals ein neues, modernes Schulgebäude mit Gesamtbaukosten von 5,8 Mio. DM westlich des bereits bestehenden Schulkomplexes eingeweiht, nachdem schon zu Schulbeginn im September 1996 die ersten Klassen in das neue Haus eingezogen waren. Der Neubau nimmt im Erd- und Obergeschoss acht Klassen sowie zwei Ausweichräume auf. Zusätzlich befindet sich ein großer Mehrzweckraum im Erdgeschoss, der z. Zt. als Sitzungssaal der Gemeinde, wie oben schon erwähnt, dient.

Eingang zur  Albert-Schweitzer-Schule

Eingang zur
Albert-Schweitzer-Schule

Auf Vorschlag der derzeitigen Rektorin, Frau Wolfram, wurde die Schule im November 2000 in „Albert-Schweitzer-Volksschule“ benannt.
Erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang der Bau einer Turnhalle (der jetzigen alten Turnhalle) im Jahre 1927 von Baumeister Eugen Mayr sen., der dem TSV vorstand. Bisher hatten die Turner in einem alten Stadel an der Ecke Tussenhauser Straße / Tulpenstraße geübt.

Er wurde im Frühjahr 1978 abgebrochen und das Gelände füllte man mit Erdreich auf. Der alte Würzgarten der Gastwirtschaft „Adler“, direkt südlich des Stadels auf der gegenüberliegenden Seite der Tulpenstraße gelegen, verwilderte vollkommen.

Im Jahre 1937 wurde die Turnhalle nach Norden erweitert und zu einem Mehrzweckbau umgestaltet, den 1993 die Vereine gemeinsam renovierten und die im Jahr 2004 die veraltete Bühne modernisierten. Für die Ettringer Schule hatte die alte Turnhalle gereicht, die die Gemeinde gebaut hatte. Nun aber benötigte man eine größere und modernere Turnhalle. Sie wurde von den Gemeinden des Schulverbandes (Ettringen, Siebnach, Traunried, Markt Wald, Anhofen und Oberneufnach) bei einem Kostenaufwand von ca. 1,1 Millionen Mark unter Bürgermeister Walter Fehle gebaut. Die feierliche Einweihung erfolgte im Jahre 1975. Damit stand endlich der alte Bau als Saal für Veranstaltungen und für Vergnügungen, sowie dem Seniorenturnen zur Verfügung; denn die Säle im Gasthof „Adler“, in der „Krone“ und im „Gasthof Rauch“ waren unterdessen zu klein geworden.

Neue bürokratische Bestimmungen über Gruppengrößen verlangten trotz verringerter Kinderzahlen eine Modernisierung des bestehenden Kindergartens. Hier hatte bisher Tante Elfi mit ihrer Kollegin über mehrere Jahre hinweg ungefähr 90 Kinder beaufsichtigt und beschäftigt, dabei finanziell unterstützt von der sozial eingestellten Gattin des Chefs der Papierfabrik Frau Lydia Lang. Zum Malen für die Kinder lieferte der Maler Mayer ausrangierte Tapetenbücher. Ansonsten war man auf Spenden in Form von Buntstiften, Holzspielzeug, Puppen oder dergleichen angewiesen.

Neuer Kindergarten in der Watzmannstraße

Neuer Kindergarten in der Watzmannstraße

Da das Gebäude mit seinem Alter von 110 Jahren erhebliche Umbau- und Renovierungskosten erfordert hätte, entschloss man sich zu einem Neubau, der im Jahre 1978 auf der Wiese östlich des Bahnhofs in schmucker Weise entstand und am 28. Mai 1979 von den Pfarrern beider Konfessionen eingeweiht wurde. Die Kosten des Neubaus betrugen 694.000 DM. In den alten Kindergarten St.-Martin-Straße 1 (das gelbe Haus) zogen nach den Sommerferien 1980 wieder Schulklassen ein. Dafür wurde die Schule in Kirch-Siebnach nicht mehr in Anspruch genommen.

Zehn Jahre später platzte der neu erbaute Kindergarten schon wieder aus allen Nähten, sodass ein Anbau für eine dritte Gruppe notwendig wurde. 400.000 DM kostete die gesamte Erweiterung mit den Außenanlagen, die im September 1989 mit einer familiären und fröhlichen Feier eingeweiht wurde. Nun konnten immerhin 75 Kinder den Kindergarten besuchen. Ab dem Ende der Sommerferien 2000 wurden flexiblere Öffnungszeiten und die Möglichkeit einer Mittagsbetreuung eingeführt.

"Gelbes Haus"

„Gelbes Haus“

Die schon oft erwähnte alte Schule in der St.- Martin-Straße 1, die man inzwischen quittegelb angestrichen hatte und die unter dem Namen das “Gelbe Haus” lief, machte noch einmal dicke Schlagzeilen. Als nämlich im Jahre 1996 das alte Gebäude der Hauptschule renoviert und saniert werden sollte, sollte das “Gelbe Haus” noch einmal für schulische Zwecke herhalten. Die Wogen für das “Für und Wider” gingen vor allem im Gemeinderat so hoch, dass ein Bürgerbegehren im Januar 1997 gefordert wurde, ja, sogar ein Gegenbegehren wurde in die hitzigen Diskussion einbezogen. Zuletzt zogen und blieben die Schüler doch in dem ehemaligen Kindergarten bis die Schule wieder hergestellt war.

Auch für die Erwachsenenbildung wurde in den Jahren nach dem Kriege einiges getan. So eröffnete die Gemeinde in der Ettringer Schule 1969 eine Gemeindebücherei mit über 2000 Bänden. Sie zog 2002 in das “Gelbe Haus” ein.

Rektor Heinrich Weinkopf mit seiner Gattin Anna

Rektor Heinrich Weinkopf mit seiner Gattin Anna

Unter der Leitung von Rektor Weinkopf, seiner Gattin und der wertvollen Mithilfe der Kulturreferentin Adele Harmsen hielt das Volksbildungswerk seit dem Jahre 1959 jedes Winterhalbjahr Vorträge und Kurse auf vielen interessanten Wissensgebieten ab. Ihnen folgten als Leiter Konrektor Hartmuth Schmidt und ab 2002 Frau Konstanze Kerler – Held.

Eine weitere neue kulturelle Einrichtung entstand im Oktober 1997 durch die im Gut Ost – Ettringen bestehende Altkleiderannahme „Aktion Hoffnung.“ Im „Eine-Welt-Saal“ in einem Nebengebäude des Gutes agieren Künstler und Laien aus der näheren Umgebung praktisch ohne Gage. Die allgemeinen Unkosten werden durch verschiedene Sponsoren abgedeckt. Der gesamte Erlös ist für karitative Zwecke bestimmt, vor allem für Unterstützungen auf dem afrikanischen Kontinent. Seitdem sind diese Benefizveranstaltungen zu einer festen jährlichen Veranstaltungseinrichtung geworden, die gern und zahlreich von den Ettringer Bürgern besucht wird, wie auch die Benefizkonzerte des „Reservistenmusikzuges Allgäu“, den Roland Mühlbaur vor vielen Jahren ins Leben gerufen hat.

Nachfolgend habe ich versucht die meisten Lehrer hier aufzuführen, die an der Ettringer Schule gelehrt haben oder noch lehren, dabei wissend, dass die Namensaufzählung keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erheben will.(…)

   VIDEO: Schulfest in Ettringen 1990 

Klassenfoto 1934

 

 

 

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