Adventsgeschichte: Eine tierisch schöne Bescherung

Samstag, 21.12.2019  – MINDELHEIMER ZEITUNG ➡ Online
Wie Familie Doll aus Ettringen ihr ganz persönliches Krippenspiel erlebte

Ettringen Wenn der Heilige Abend nicht gerade zufällig auf einen Sonntag fällt, ist er für viele Menschen zumindest bis zur Tagesmitte ein ganz gewöhnlicher Werktag. Wer im Einzelhandel tätig ist, muss sogar oft noch arbeiten. Aber auch denen, die es von Berufs wegen nicht müssen, geht die Arbeit gewöhnlich nicht aus. Im eigenen Haushalt gibt es immer genügend zu tun; die meisten kaufen noch Lebensmittel für die bevor-stehenden Feiertage ein. Und so mancher Spätzünder besorgt noch geschwind das eine oder andere Geschenk im Last-Minute-Verfahren.

Auch im Hause Doll herrschte an einem Heiligen Abend dieser Art noch rege Betriebsamkeit. Die Backstube wollte gereinigt werden und es gab noch diverse Dinge zu erledigen, sodass auch das traditionelle Christbaumschmücken am frühen Nachmittag immer weiter nach hinten geschoben werden musste.
Sohn Max hatte sich vor einiger Zeit im Einverständnis mit den Eltern einen Herzenswunsch erfüllt: Er hielt ein paar Kamerun-Schafe auf einem Grundstück im Auwald nahe der Wertach. Und jeder, der selbst Tiere hält, weiß, dass sich ein gutes Feierabendgefühl erst dann einstellen kann, wenn diese gut versorgt sind.
Deshalb fuhr er mit seinem Bulldog am Nachmittag noch zu den Schafen, um sie zu füttern. Als er dort angekommen war, musste er sich erst einmal die Augen reiben, weil er glaubte zu träumen: Eines der Schafe säugte ein frisch geborenes Lamm.
Max schwang sich sofort auf seinen Bulldog und fuhr mit allem, was der kleine Traktor hergab, zurück in den Ort, um seiner Familie von dem freudigen Ereignis zu berichten.
Jeder ließ unverzüglich alles stehen und liegen. Es interessierte auch niemanden, dass der Christbaum immer noch nicht geschmückt war. Zutiefst ergriffen stand die ganze Familie schließlich vor dem Neugeborenen.Man muss nicht besonders bibeltreu sein, um die Magie der Situation an genau diesem Tag im Jahr zu begreifen.
Familie Doll erlebte an diesem Heiligen Abend ihr ganz persönliches Krippenspiel in den wildromantischen Wertach-Auen.
Erst nachdem alle Mutter und Kind reichlich geherzt und gestreichelt hatten, begab sich die Familie wieder nach Hause, um ein verspätetes, aber nicht minder schönes Weihnachtsfest zu feiern.
Das bezauberndste Geschenk jedoch lag ganz nah an der Schafmutter in einer Hütte an der Wertach – darüber waren sich alle einig.

                                                                                              Melanie Springer-Restle

                           Schlagwort Weihnachten

 

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