Türkheim unterstützt Anschaffung von Lastenfahrrädern

400 Euro Zuschuss pro Rad 

Türkheim – Mit einer Zweidrittel-Mehrheit ist der Türkheimer Gemeinderat einem Antrag der SPD gefolgt. Darin fordert die Fraktion, die Marktgemeinde möge doch die Anschaffung von Lastenfahrrädern finanziell unterstützen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen vor allem Familien in den neuen Wohngebieten, die ihre Kinder ohne Pkw zum Kindergarten bringen wollen. Vorerst ist die Summe, mit der die Anschaffung attraktiv gemacht werden soll, aber gedeckelt. Im Sinne des Klimaschutzes, beginnt der Antrag, den Walter Fritsch, Markus Schöffel und Agnes Sell unterzeichnet haben, könnten viele Wege im Ort zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden. Dabei spielt die Fraktion auf den Umstand an, dass man derzeit mehrere Wohngebiete in Ortsrandlage im Westen des Marktes erschließe. Man wünsche sich ja die Ansiedlung von jungen Familien mit Nachwuchs, so die SPD-Räte. Allerdings lägen die Kindergärten, die Grundschule und die Sportanlagen zentral in der Ortsmitte, im Norden und Osten. Eine weite Strecke für Kinder, so die Feststellung, und so stelle sich die Frage nach einer guten Transportmöglichkeit. Womit das Lastenfahrrad ins Spiel kam, alternativ mit und ohne Hilfsmotor. Vor allem die Velos mit elektrischem Antrieb würden sich bei Familien, entsprechend mit Kindersitzen ausgestattet, größter Beliebtheit erfreuen, glauben die SPD-Stadträte. Allerdings sei die Anschaffung sehr teuer, weshalb man eben beantrage, der Markt möge doch – ähnlich wie die Nachbarkommunen – den Kauf mit 400 Euro fördern. Die Lastenräder sollen bei einem Händler im Umkreis von maximal 15 Kilometern gekauft werden und mindestens vier Jahre lang genutzt werden. Daraufhin entwickelte sich eine Diskussion zwischen den Räten, die einerseits den Antrag unterstützten und forderten, man solle sich nicht nur auf E-Bikes konzentrieren. Demgegenüber erkannte Anne Huber„den Sinn in dem Antrag nicht“. Man gebe 400 Euro Zuschuss für die Beschaffung eines Fahrrades, das bis zu 10.000 Euro kosten könne. Da müsse es andere Wege geben, so Huber, die von Peter Ostler Unterstützung erhielt. „Was soll denn die Verwaltung noch alles tun“, wollte Ostler wissen, vielleicht noch ein E-Auto fördern. Außerdem merkte er an, dass ein solches Fahrrad wohl erst in ein oder zwei Jahren geliefert würde, wenn man es jetzt bestelle. Hinsichtlich der eher verhaltenen Nachfrage in den Nachbarkommunen kam von Gudrun Kissinger-Schneider der Vorschlag, dass man sich nicht nur auf Kinder konzentrieren sollte, sondern generell vielleicht das Zweitauto durch ein Bike ersetzen könnte. So würden viele mittlerweile ihre Einkäufe mit dem Lastenrad erledigen und auch Gewerbetreibende könnten die Kapazitäten nutzen. Angesichts der Vielzahl an Anmerkungen und Eindrücken – so schlug zum Beispiel Marcus Jagwerth einen „Topf von 5.000 Euro“ vor, also eine Deckelung – einigten sich die Räte darauf, dass man die Förderung auf 5.000 Euro begrenzen werde. Wenn das Geld weg sei und der Ansturm entsprechend, könne man wieder reden. Pro Lastenrad, das innerhalb eines Umkreises von 15 Kilometern bei einem Händler gekauft wird, gibt es 400 Euro von der Gemeinde dazu. Ein Vorschlag,dem auch Kämmerer Claus-Dieter Hiemer zustimmte. Die Summe von 5.000 Euro sei darstellbar, auch unter den aktuellen Bedingungen. Bei sieben Gegenstimmen, unter anderem aus der CSU-Fraktion, votierte ein Dutzend Räte für den Antrag. Oliver Sommer Quelle: Wochenkurier

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