Suchergebnisse zum Schlagwort "Geschichtsbüchlein"


Floßfahrt auf der Wertach

„Vor Erbauung der Eisenbahnen wurde die Wertach auch zur Foßfahrt benützt. In den Jahren 1468 – 1469 hatten die Augsburger sich gegen Herzog Ludwig von Bayern verfehlt.
Er sperrte daher den Augsburgern nicht nur den Lech, damit sie kein Holz mehr erhalten konnten und als sie am Ursprunge der Wertach Waldungen ankauften, auch noch die Wertach bei Türkheim und Ettringen mit Schranken.
Anfangs März 1469 schickten die Augsburger 70 Mann zu Pferde und 200 zu Fuß, später noch weitere 200 Mann und erst dann konnten die 40 Flöße nach Augsburg abgelassen werden. Die Verpfahlung soll bei der Lang’schen Fabrik gewesen sein.“
➡ (PDF) Originaltext                              ➡  Schlagwort „Wertach“


Die wilde Wertach

“ Über Überschwemmungen wurde natürlich viel geklagt und die Klagen reichen weit zurück.

Am 08. März 1512 beschwerte sich die Gesamtgemeinde bei Herzog Wilhelm in Bayern (1508 – 1550) über einen vorigen Jahres merklich erlittenen Wasserschaden durch die Wertach.
Sie seien der Gefahr preisgegeben, das der ganze Flecken (diesen Namen nach müsste Ettringen einzelne städtische Rechte besessen haben) samt ihren Stücken und Gütern von dem wilden Wasser hinweggeführt werden.  
Mit welch reißender Wucht das Wasser die „Wette“ herabströmte, musste einmal der Türkheimer Bote, von Augsburg kommend, erfahren. 
Trotz Warnung der Leute wollte er das Wasser durchfahren. Dasselbe stürzte den Wagen um und die ganze Wagenladung, bestehend aus Bierfässern, Salz, Zucker, Kaffee, Brot wurde fortgeschwemmt oder vernichtet.“ ➡ (PDF) weiterlesen Originaltext

➡ Drei schwabische Dörfer „Die Wertach“                      ➡ Schlagwort „Wertach“


Obstversteigerung für Schulpreise

„An die Straße nach Türkheim pflanzte die Gemeinde Obstbäume.
Das Obst auf dem Baume wurde alljährlich versteigert und das Erträgnis zum Ankaufe von Schulpreisen verwendet, die nach der Prüfung feierlich verteilt wurden.

In den Achzigerjahren des vorigen Jahrhunderts machte der Staat das Eigentumsrecht auf die Bäume geltend. Nachdem die Gemeinde den Beweis erbrachte, dass sie die Bäume auf  Gemeindegrund gepflanzt habe, blieb sie fortan unbehelligt.“ ➡ (PDF) Originaltext


Der Ettringer Amtmann (Ammann)

„Geschichtlich bekannt ist der Amtmann Peter Kant.
Mehrere Ettringer beschwerten sich 1503 bei Herzog Albrecht in Bayern dass Peter Kant abhängige Bauern nötige ihm zu dienen. 
Der Rat der Stadt Augsburg klagte den 4.März 1503 bei Herzog Albrecht von Bayern, dass der Amtmann zu Ettringen sich anmaße die Bierschenke und das Holzlehen an sich zu bringen.

Im Amtsgarten

Im Amtsgarten

 

An den Amtmann erinnert heute noch der Amtsgarten beim Schulhaus. In diesem Garten stand einstens das Amtshaus. Darin war die Wohnung des Gerichtsdieners und das Gefängnis.“ ➡ (PDF) Text 

➡  Ettringen als Verkaufs- und Lehnsobjekt


Die ersten Kartoffeln in Ettringen

„Die ersten Kartoffeln brachte die Türkheimer Bötin in einem Handkorbe nach Ettringen.
Sie wohnte in dem Häuschen Hs.Nr. 100 1/2 und machte den ersten Versuch mit dem Kartoffelbau in ihrem vor dem Hause gelegenen Wurzgärtchen um 1780.“
➡  (PDF) Text „Landwirtschaft“

Häuserverzeichnis 


Heftige Streitigkeiten unter der Ettringer Jugend

„Vor etwa 50 Jahren gab es zwischen den Kindern des Hahnenbichels und denen des inneren Dorfes auf dem Schulwege häufig Reibereien, es kam sogar zu blutigen Schlägereien, so dass der Lehrer empfindliche Strafen austeilen musste.
Selbst die reifere Jugend lag im Streite mit der im Inneren des Dorfes wohnenden; darum brannten die Hahnenbichler beim Gelbgrüble ein eigenes Feuer am Funkensonntag* ab und überließen das im Briel ihren Gegnern.“ ➡ (PDF) Text  

*Das Funkenfeuer (kurz: Funken) ist ein alter Feuerbrauch, der heute noch im schwäbisch alemannischen Raum verbreitet ist.
Jedes Jahr am Funkensonntag (heute teilweise auch am Samstag davor) werden die sogenannten Funken abgebrannt. Mit Funkensonntag bezeichnet man den ersten Sonntag nach Aschermittwoch, also den ersten Fastensonntag.

Der Funken ist meist ein Strohhaufen oder aufgeschichteter Holzturm, der nach Einbruch der Abenddämmerung unter den Augen der Dorfbevölkerung angezündet wird. Die größten Funken können eine Höhe von bis zu 30 Metern erreichen. Im Jahr 2010 wurde der Funkenbrauch im österreichischen Bundesland Vorarlberg in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Quelle: Wikipedia


Die Hilferufe des Ettringer Müllers

„Die Besitzer der Mühle waren meist reiche Leute. Es stellten sich daher gern Einbrecher ein.
Von der Mühle an bis zu Haus-Nr. 58 und 59 war kein Haus.
Um sich gegen die Diebe erwehren zu können, rief der Müller mittels eines Sprachrohres Dorfbewohner zur Hilfe herbei.
Dieses Sprachrohr wurde später bei Faschingsumzügen vom Herold gebraucht.“(…) ➡ ( PDF)Text      

Drei Schwäbische Dörfer ➡ Die Einöden  Ettringer Mühle damals und heute

Gestresster Ettringer Scharfrichter

„Die Hinrichtungen mit dem Schwerte fanden auch in Buchloe statt; da befand sich das Zuchthaus.
Einmal war der Scharfrichter von Ettringen sehr in Anspruch genommen. Er musste in Buchloe einen Verbrecher köpfen und am gleichen Tage zwei in Schwabmünchen hängen.
Die Erinnerung an das Zuchthaus in Buchloe hat sich im Volksmunde lange erhalten in dem Satze: „Wer Vater und Mutter nicht folgt, kommt nach Buchloe.““ (…) ➡ weiter (PDF) Text

Drei Schwäbische Dörfer  ➡ 18. und 19. Jahrhundert „Scharfrichter“

Die schöne Liesel von Buchloe

Da soll in einem Saal der Strafanstalt ein eigenartiges Foltergerät, eine Art eiserne Jungfrau, gestanden sein, die im ganzen Schwabenland „die schöne Liesel von Buchloe“ genannt wurde. Es war eine überwiegend hölzerne Weibsfigur, die durch eine Maschinerie aufstand, wenn man auf eine gewisse Stelle trat. Jeder ankommende Deliquent mußte sich an die Figur stellen, wo er von ihr, durch einen Mechanismus ausgelöst, „umarmt“ wurde. Durch einen weiteren Griff fiel die Figur dann mit dem nun Gefesselten nieder, wo er von einem Henkersknecht auf die übliche Stelle den sog. Willkomm, die Einstandsprügel, bekam. Mit dieser Tortur war der physische Widerstand der Maleficanten gebrochen und nun wurden auch die Hinrichtungen in der jeweils verordneten Todesart ausgeführt (…)  ➡ (PDF) Türkheimer Heimatblätter Juli 1972

Noch über 1800 hinaus war es in vielen Gebieten Ostschwabens üblich, über einen Missetäter zu sagen  „Dear gaut auf Buachla, die schea Liesel kussa.“

Frühere Weihnachtstradition in Ettringen

„Bis zur Teilung des Anwesens „Zum Adler“ ca. 1870 durften am letzten Klausentag, d.i. der letzte Donnerstag im Advent, sämtliche Schulkinder nach dem Vormittagsunterricht in die Wirtschaft kommen und jedes erhielt einen gebackenen Klausen und Obst.
Die Klausenbrote stammen noch von den heidnischen Schwaben her, diese beschenkten ihre Kinder gerne mit aus Teig hergestellten Göttern.“(…) 
➡ weiter (PDF) Text  

Gasthof Adler damals und heute  ➡ Beim Neubauer damals und heute
Drei Schwäbische Dörfer ➡ 18. und 19. Jahrhundert „Taverne“