Das 54. Bezirksmusikfest des Allgäu-Schwäbischer Musikbund in Siebnach erreichte mit dem traditionellen Gemeinschaftschor und dem großen Festumzug seinen feierlichen Höhepunkt. Unter dem Motto „Hand in Hand: Siebnach feiert mitanand!“ stand das gesamte Wochenende ganz im Zeichen der Blasmusik, der Dorfgemeinschaft und des ehrenamtlichen Engagements. Der Ort verwandelte sich in ein Zentrum gelebter Tradition im Unterallgäu.
Dabei war das Bezirksmusikfest nur einer von mehreren Anlässen zum Feiern. Gleichzeitig fanden auch das 69. Gauschießen sowie Jubiläumsfeiern zu 280 Jahren Vereinsleben statt, getragen von Feuerwehr, Schützenverein, Jugendgruppen und Musikanten. Die Organisatoren meisterten laut Bericht eine enorme logistische Herausforderung und stellten eindrucksvoll unter Beweis, wie stark der Zusammenhalt im Dorf ist.
Schon am Vormittag begann das musikalische Programm mit einem Auftritt der Musikkapelle Sarnthein aus Südtirol, die zahlreiche Besucher begeisterte. Anschließend versammelten sich hunderte Musikerinnen und Musiker aus dem gesamten Bezirk auf der Festwiese zum Gemeinschaftschor. Ein besonders eindrucksvoller Moment war der traditionelle Musikantengruß: Auf Kommando streckten die Musiker ihre Instrumente in den Himmel und boten damit ein imposantes Bild.
ASM-Präsident Franz Josef Pschierer leitete diesen Programmpunkt. Schirmherr Klaus Holetschek würdigte die Veranstaltung mit humorvollen Worten und zog einen Vergleich zum Eurovision Song Contest. Er sagte sinngemäß, dass die „wahre Musik“ an diesem Tag in Siebnach gespielt werde und mehr als zwölf Punkte verdient habe.
Im Anschluss begann der große Festumzug, eingeläutet von den Salutschüssen der Böllerschützen des Schützengaus Türkheim. Insgesamt beteiligten sich 87 Gruppen am Umzug. Neben zahlreichen Musikkapellen marschierten auch Fahnenabordnungen, Feuerwehren, Schützenvereine und Besitzer historischer Fahrzeuge durch die Straßen von Siebnach. Viele Zuschauer säumten die Strecke und machten den Umzug zu einem der größten und stimmungsvollsten Momente des gesamten Festes.
Auch musikalische Wettbewerbe spielten eine wichtige Rolle. Vier Kapellen – aus Dirlewang, Immelstetten-Mittelneufnach, Westernach und Stetten – nahmen an der Marschmusikbewertung teil. In der Stufe B erreichte die Blasmusikvereinigung Immelstetten-Mittelneufnach die höchste Punktzahl. In der Stufe C trat der Musikverein Stetten an.
Darüber hinaus warteten viele Beteiligte gespannt auf die Ergebnisse der Wertungsspiele, die bereits Anfang Mai in Ettringen stattgefunden hatten. Zahlreiche Musikkapellen wurden dort mit dem Prädikat „mit ausgezeichnetem Erfolg“ bewertet, was die hohe musikalische Qualität der Vereine im Bezirk unterstrich.
Den stimmungsvollen Ausklang des Festtages gestaltete schließlich der Musikverein Markt Wald im Festzelt. Insgesamt zeigte das Bezirksmusikfest eindrucksvoll, wie eng Musik, Brauchtum und Gemeinschaft im Unterallgäu miteinander verbunden sind.




















